Mit den Schwalben - Dem spielerischen inneren Künstlerkind folgen

Ich erinnere mich an diesen Tag ... Da lag ich ohne Hoffnung und sah plötzlich diese Vision von Vögeln, die über einen Baum flogen. Es gab keine andere Zeit in der ich mich so verloren und so unfähig zu leben fühlte. Alle meine Sorgen schienen zu groß, zu erschreckend, zu beschämend. Die Vögel waren für mich eine Botschaft der Hoffnung - wie eine Stimme, die mir sagt: "Du bist mein Kind und ich möchte, dass du fliegst". Diese Stimme spricht gerne durch Vögel mit mir und sie wurden zu einem sehr beliebten Motiv für mich.

 

Als ich mein 6. verspieltes Blumenbild zu malen begann, dachte ich nicht an Schwalben. Ich dachte eigentlich nur an Blumen und Muster. Ich fing an, in meinem Skizzenbuch zu skizzieren. Ich hatte diese Idee mit Mosaik und Blumen, runden Formen und geometrischen Formen ... Klimt ist sehr inspirierend für mich. Er verwendet verschiedene Formen wie organische Formen, Blumenbilder und geometrische Formen. Zu Beginn hatte ich keine sehr detaillierte Skizze. Ich wollte meinem inneren Kind Raum zum Spielen geben.

Der leisen Stimme des inneren Künstlerkindes folgen...

Es gab Zeiten, in denen ich ein bisschen unsicher war ... Unsicher mit dem Hintergrund, den Formen, Fliesen, Farben. Ich habe etwas ausprobiert und als ich feststeckte und mit dem Ergebnis nicht glücklich war, habe ich es meistens ein bisschen gelassen, nach Inspiration gesucht, bin zurück gegangen und habe es ein anderes Mal fortgesetzt. Wenn ich nicht mehr weiter wusste erinnerte ich mich daran, dass es besser ist eine Pause zu machen als eine Lösung aus einem sehr frustrierten Ort heraus zu kreieren. Manchmal blieb ich auch vor dem Bild sitzen und hörte auf die Stimme meines inneren Künstlers oder machte Skizzen...

 

Am Anfang hat es eine Weile gedauert, bis ich in einen kreativen Fluss geraten bin. Ich folgte der Stimme meines inneren Künstlers, aber manchmal steckte ich fest und fühlte mich unsicher, wo mein innerer Künstler mich hinbringen wollte. Es gab einen Moment, in dem ich mich fragte "Was möchte ich hier wirklich machen?" Mir war es nicht möglich diese Frage zu beantworten. Das einzige, was ich tun konnte war diese Frage einfach stehen zu lassen und auf die leise Stimme meines spielerischen inneren Kindes zu hören.

 

 

Als die Hälfte des Bildes fertig war (ich begann wie üblich von unten zu malen), fühlte ich mich sicherer und begann, das größere Bild zu sehen. Dann erschienen die Schwalben vor dem blauen Hintergrund die von rechts nach links flogen. Ich fühlte intuitiv, dass das der richtige Ort für sie ist. Die Schwalben erzeugen Bewegung und geben dem Bild einen Fokus ... Plötzlich hatte ich diesen "Aha" - Moment. Alle Bilder die ich gemalt habe sind für mein spielerisches inneres Kind und ich fühlte mich wie "Oh wow, die Schwalben schwingen auch mit meinem spielerischen inneren Kind mit!" Es ist so, als ob mein inneres Künstlerkind alle Puzzleteile gefunden hätte und alles irgendwie zusammenkommt.

 

Zu meinen Bildern schreibe ich sehr oft Ausdruckstexte. Ausdruckstexte sind intuitive Texte, so eine Art Schreibluss aus dem Unterbewusstsein. Hier ist der Text zu meinem Bild "Mit den Schwalben":

 

Siehe, wie ich mit den Schwalben fliege. Über die Berge fliegen wir. Es gibt keine Grenze, keine Wand, keine Beschränkung. Der Wind folgt uns, bewegt uns und spielt mit uns. Alles was ich sehe ist dieser Moment. Die Sonne scheint.

 

Die Schwalben drücken für mich Hoffnung, Freude, Verspieltheit und Freiheit aus. Alle meine spielerischen Blumenbilder sind für mein inneres Kind das liebend gerne kreativ ist und spielt. Verspieltheit ist eine Botschaft die ich oft mit meinen Bildern zum Ausdruck bringe. Ich habe das Gefühl, dass wir zu sehr darauf trainiert sind uns selbst keinen Platz zum Spielen zu geben und das dies ein Grund für viele Probleme in der Welt ist. Es ist ja nicht so, dass wir sehr lange auf dieser Erde leben. Genug Zeit zu spielen macht uns glücklicher, gesünder und friedlicher. Kriege werden nicht von Menschen geschaffen, die zufrieden sind und einen inneren Frieden spüren. Darum glaube ich wirklich, dass mehr Spiel für uns alle gut ist. Es gibt dazu auch eine Studie von Dr. Stuart Brown die besagt, dass es weniger Gewalt und Verbrechen geben würde wenn wir uns mehr erlauben würden zu spielen. Das ist es auch was ich mit meiner Kunst zum Ausdruck bringen möchte: Das spielerische innere Kind, das in jedem von uns steckt und das die Welt heilt.

 

Geben wir unserem inneren Kind mehr Raum zu spielen. Die Welt braucht das!

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